Chancen statt Armut - Emil im Interview

Die Freundschaft! hat Emil, 23 (Fahrradbote) zu Hause in 1030 Wien zur Mindestsicherung und der Schwarz-Blauen Regierung befragt:

Me
Warum findest Du es schlecht, wenn die Notstandshilfe von Schwarz-Blau abgeschafft wird und ein Hartz IV System wie in D kommt?
Emil
Weil Einsparungen, Stigmatisierungen und inhumane Politik damit die Schwächsten der Gesellschaft treffen würden. Kaum jemand ist freiwillig und gerne über längere Zeit arbeitslos, vielmehr erzeugen Modernisierung und kapitalistische Strukturen Probleme, gerade für untere Gesellschaftsschichten. Wir können uns eine vernünftige und dauerhafte Unterstützung für die Schwächsten nicht nur leisten, es sollte auch teil unseres Wertekanons sein, dies zu tun!
Me
Was sollte eine Regierung der Jugend ermöglichen?
Emil
Ich denke zentral sind hier Chancengleichheit im Bezug auf Bildung und die Möglichkeit möglichst früh für sich selbst sorgen zu können. Dazu sind etwa starke Regulierungen bei Wohnen und Maßnahmen wie Mindestlöhne und progressive Steuersysteme unabdingbar.
Me
Warum bist Du gegen die Schwarz-Blaue Politik?
Emil
Weil sie von Unmenschlichkeit, Aufhetzung von Unterprivilegierten untereinander und Angst geprägt ist. Weil sie dafür steht Reiche reicher und Arme ärmer zu machen.
Me
Was könnte Dich unterstützen?
Emil
Ich denke, dass die zentrale Antwort auf derzeitige Entwicklungen nur Organisation und kollektive Kampfbereitschaft lauten kann. Die institutionalisierte Linke ist nicht nur zu schwach um im Namen der Ausgebeuteten und Unterdrückten zu sprechen, sie existiert fast nicht mehr!
Me
Was sollte man tun um Arbeitslosigkeit und Armut zu reduzieren?
Emil
Streiken, demonstrieren und wo es geht ankämpfen auf individueller Ebene. Massiv umverteilen, Arbeitszeiten verkürzen und bedingungsloses Grundeinkommen einführen auf Parteipolitischer Ebene.
Me
Welche Botschaft willst Du im Rahmen der Kampagne an die Öffentlichkeit übermitteln?
Emil
Die Jugend (selbst aus mittelständischen Haushalten) ist jetzt schon massiv unter Druck ihre Lebenserhaltungskosten zu decken, psychische Krankheiten nehmen zu und der Arbeitsmarktzugang verschlechtert sich, auch mit akademischem Abschluss zunehmend! Es wird unabdingbar mehr Widerstand zu leisten!